Ortscaritasverband Mannheim, 06.02.2009

Caritas schickt Energiesparhelfer auf Tour

Tipps für Hartz IV-Haushalte

6. Februar 2009

 

Tipps für Hartz-IV-Haushalte –

Caritas schickt Energiesparhelfer los

 

Wer kennt das nicht: An der Fernbedienung den Knopf gedrückt, schon ist der Fernseher aus. Tückisch nur: Ein kleines rotes Lämpchen leuchtet am Bildschirm und verrät: das TV-Gerät ist gar nicht ausgeschaltet, es steht auf Standby – und verbraucht somit Strom. Beispiele dieser Art gibt es viele in den meisten Haushalten. Der Drucker, der gleichzeitig mit dem PC angeschaltet wird, aber wochenlang auf einen Druckauftrag wartet; oder das Mikrowellengerät, dessen eingebaute Digitaluhr permanent flimmert. Alles kleine Stromfresser, die sich durch den Geldbeutel des Verbrauchers nagen.

 

 

 

Seit Beginn des Jahres schult die Beschäftigungsförderung der Mannheimer Caritas Frauen und Männer, die auf diese kleinen Energieverschwender aufmerksam machen sollen. Das Besondere daran: Die sogenannten „Stromsparhelfer“ waren zuvor alle langzeitarbeitslos und wurden vom Jobcenter vermittelt – so wie Bernhard Messner. Der 49jährige gelernte Heizungsanlagenbauer arbeitete 33 Jahre in einem Mannheimer Betrieb, verlor aber vor drei Jahren seinen Job. Seitdem ist er auf der Suche nach einer neuen Aufgabe und nimmt derzeit an dem Trainingskurs zum Stromsparhelfer teil. „Mit gefällt die Ausbildung hier sehr gut, ich finde die Thematik sehr spannend. Zumal das ja auch mit meinem früheren Beruf zu tun hat“, freut sich Messner.

 

Ab Mitte Februar ziehen die derzeit acht Stromsparhelfer der Caritas durch Mannheimer Haushalte, die von Hartz IV leben. Die Tipps und Ratschläge zum Strom- und Wassersparen sind speziell für diese Zielgruppe gedacht. „Häufig können sich diese Menschen keine professionelle Energieberatung leisten, sind aber froh über jeden Euro, den sie sparen können“, weiß Charlotte Baser, zuständige Mitarbeiterin bei der Caritas-Beschäftigungsförderung. Sparpotential gibt es viel, wie Diplomingenieur und Ausbilder Peter Kolbe von der Klimaschutz- und Energieberatungsagentur Heidelberg weiß. In 80 Unterrichtsstunden bringt er den Teilnehmern bei, wie sie Stromverbräuche messen, den Wasserverbrauch minimieren und mit dem umfangreichen Computerprogramm umgehen, das den Kunden sofort zeigt: So viel kannst du sparen.

 

Peter Kolbe rechnet vor: „Im Bad brennt eine 100-Watt-Glühbirne. Wenn sie die austauschen gegen eine gleich helle 20-Watt-Energiesparlampe sparen sie am Ende des Jahres 23 Euro. Damit haben sie die sieben Euro mehr an Anschaffungskosten wieder drin und noch einiges gespart.“ Im Hartz-IV-Regelsatz von 352 Euro pro Monat sind 20 Euro Stromkosten enthalten. „Die verbraucht ein normaler Haushalt ganz schnell“, so Kolbe. Deshalb macht sich jedes bisschen gesparte Energie sofort im Geldbeutel bemerkbar. Aus diesem Grund ist Charlotte Baser zuversichtlich, dass sich die Menschen, die von den Energiesparhelfern besucht werden, die Tipps zu Herzen nehmen werden. „Außerdem“, ergänzt Peter Kolbe, „sind alle Teile der Bevölkerung für den Klimaschutz empfänglich. Jedes bisschen gesparter Strom bedeutet auch weniger Kohlendioxid in der Atmosphäre“.

 

Die sieben Männer und eine Frau sitzen im Schulungszentrum auf der Vogelstang und tauschen ihre Ergebnisse aus. Zu Übungszwecken haben die künftigen Energiesparhelfer ihre eigenen Verbräuche erfasst. Viele sind erstaunt, wie viel Watt ein alter Plattenspieler frisst, obwohl er ausgeschaltet ist; oder wie viel Liter Trinkwasser bei einer Spülung durch die Toilette rauschen; oder wie viel Energie ein Warmwasserboiler braucht, um fünf Liter permanent auf 40 Grad Celsius zu halten. Für jeden dieser Fälle hat Peter Kolbe einen Trick parat, um einfach Energie zu sparen und damit die Rechnung klein zu halten. In wenigen Tagen vermitteln die Caritas-Energiesparhelfer dieses Wissen weiter an Mannheimer Hartz-IV-Haushalte. (ckl)

 

Information: Wenn Sie Leistungen nach dem SGB II erhalten und gerne einen Beratungsbesuch von einem Energiesparhelfer bekommen möchten, können Sie sich unter der Telefonnummer (06 21) 8 41 38 38 näher informieren.

Weitere Infos zu diesen Themen: