Ortscaritasverband Mannheim, 02.12.2009

Babykorb muss bleiben!

Caritasverband widerspricht dem Deutschen Ethikrat

Pressemitteilung

 

 

1. Dezember 2009

 

Caritasverband widerspricht Deutschem Ethikrat: Babykorb muss bleiben

 

Der Vorstandsvorsitzende des Mannheimer Caritasverbandes Franz Pfeifer widerspricht den Empfehlungen des Deutschen Ethikrates, der Ende der vergangenen Woche zur Abschaffung der Babykörbe und der anonymen Geburt geraten hatte. Vor sieben Jahren hatte sich Pfeifer gemeinsam mit der Geschäftsführung der Theresienkrankenhaus und St. Hedwig-Klinik GmbH für die Einrichtung eines Babykorbs in Mannheim eingesetzt: „Wir sind der Meinung, dass wir eine Verantwortung gegenüber Frauen haben, die sich aufgrund schwieriger Lebensumstände oder aus persönlichen Gründen nicht in eine Beratung trauen. Für sie kann der Babykorb oder die anonyme Geburt die Ultima Ratio, der letzte Ausweg sein.“ Bei einer rechtlichen Abwägung zwischen der Verletzung des Herkunftsrechts einerseits und dem Schutz des Lebens von Mutter und Kind andererseits, müsse der Schutz des Menschenlebens Vorrang haben, so Pfeifer.

 

„Wie auch der deutsche Ethikrat sind wir der Meinung, dass Hilfsangebote für Schwangere und Mütter in Konflikt- und Notsituationen ausgeweitet werden müssen“, erklärt Regina Hertlein, ebenfalls im Vorstand der Mannheimer Caritas: „Allerdings sind sowohl Babykorb wie auch die anonyme Geburt ein wichtiger und unentbehrlicher Bestandteil des Netzwerks aus verschiedenen Beratungs- und Hilfeangeboten für schwangere Frauen, Mütter und Familien.“ In Mannheim bieten psychologisch geschulte Mitarbeiter der Caritas und des Sozialdienstes katholischer Frauen (SKF) für werdende Mütter in der Zeit der Schwangerschaft Beratung und Betreuung an. Mut, die eigene Situation zu bewältigen, gewinnen Schwangere über eine Kontaktbörse, bei der junge Mütter in ähnlichen Lebenssituationen Erfahrungen austauschen können. Als Ergänzung zur konventionellen Schwangerschaftsberatung gibt es außerdem eine Online-Beratung. Die Erziehungsberatungsstellen wie auch die Sozialpädagogische Familienhilfe des Mannheimer Caritasverbandes stehen sowohl Eltern als auch Kindern mit Rat und Tat zur Seite. „Mit diesem Netzwerk bieten wir werdenden Müttern, Eltern und Familien in fast allen erdenklichen Problemlagen Hilfestellungen an. Dazu gehört aber auch die Bereitstellung des Babykorbs und die Ermöglichung der anonymen Geburt“, ist sich Regina Hertlein sicher: „Wenn mit dem Babykorb auch nur ein Kind gerettet wird, hat sich die Einrichtung schon gelohnt.“ Der Mannheimer Babykorb wurde seit seiner Einrichtung 2002 bisher fünfmal genutzt. Die Möglichkeit der anonymen Geburt nahmen sechs Frauen in Anspruch.

 

In seiner Einschätzung hatte sich der Deutsche Ethikrat für eine Abschaffung der Möglichkeiten zur anonymen Kindsabgabe ausgesprochen: Diese Angebote seien ethisch und rechtlich problematisch, weil sie das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft und auf Beziehung zu seinen Eltern verletzten. Gleichzeitig forderte der Deutsche Ethikrat den Bundestag auf, das Problem durch ein Gesetz zu regeln. (ckl)

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