Suchtberatung

Wenn der Computer krank macht

Jemand sitzt vor einem Bildschirm und spielt ein Computer-Spiel@ Bernd Kasper / pixelio.de

Eine Studie der Drogenbeauftragten zur Internetabhängigkeit hat ergeben, dass 1 Prozent der 14- bis 64-Jährigen in Deutschland als abhängig eingestuft werden. In der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen ist die Verbreitung am größten: 2,4 Prozent abhängige, 13,6 Prozent problematische Internetnutzer. Tendenz steigend. 

Ein erster Schritt ist, die eigene Lage zu erkennen. Ein Online-Test kann Ihnen helfen herauszufinden, wo Sie stehen und was Sie - für den Fall eines krankhaften Computergebrauchs - tun können.

Online-Test des Projekts ESCapade der Drogenhilfe Köln

Tipps für Kinder und Jugendliche

Die folgende Checkliste hilft dir, dich selbst einzuschätzen:

  • Ich verbringe schon seit längerem täglich mindestens fünf Stunden meiner Freizeit am PC
  • Wegen meiner PC-Leidenschaft habe ich häufig Ärger in der Schule oder am Arbeitsplatz, mit den Eltern, Freunden oder meinem Partner.
  • Wirklich Spaß habe ich nur beim Spielen, Chatten und Surfen. Ohne PC bin ich lustlos, traurig und fühle mich oft einsam. Vor den Anforderungen und Kontakten in der wirklichen Welt habe ich manchmal sogar Angst.
  • Kontakte pflege ich vor allem online. Mit Menschen, die ich sehen und anfassen kann, spreche ich nicht so gerne.
  • Die Zeit, die ich am PC verbringe, wird immer länger. Egal, wo und mit wem ich zusammen bin - ich denke dabei nur noch an den Computer und was ich jetzt gerade verpasse.
  • Wenn ich länger nicht spielen, chatten oder surfen kann, bin ich unzufrieden, fühle mich nervös, gereizt oder sogar aggressiv. Ist der PC an, verbessert sich meine Stimmung sofort.

Trifft mindestens ein Statement auf dich zu, solltest du etwas tun.

Was kannst du tun?

  • Ein Körper mit einem Bildschirm als Kopf© lassedesignen - Fotolia.com

    Verschaffe dir einen Überblick über deine Onlinezeiten. Wieviel Zeit verbringst du täglich am Computer?
  • Sprich mit deinen Eltern über deine Computernutzung, darüber was dir Spaß macht, was du am Computer genau machst usw. Fordere deine Eltern auf mitzuspielen, erkläre ihnen zum Beispiel dein Lieblingsspiel. Sie können dich dann besser verstehen.
  • Vereinbare gemeinsam mit deinen Eltern feste Computerzeiten. Überlege, wann es dir besonders wichtig ist, am Computer zu sein, und wann du darauf verzichten kannst.
  • Versuche, dir ein Zeitlimit zu setzen beim Spielen, Chatten oder Surfen.
  • Überlege, welche anderen Interessen und Hobbys du hast. Was wolltest du schon immer ausprobieren? Verabrede dich mit Freunden dazu oder melde dich zu einem Kurs an.
  • Hole dir Unterstützung bei Eltern, Freunden oder anderen Vertrauenspersonen - oder bei Profis, die Erfahrung im Umgang mit solchen Problemen haben.

Tipps für Eltern, Pädagoginnen, und Pädagogen

Sie machen sich Sorgen? Sie haben Angst um die Schulleistungen Ihres Kindes oder die vernachlässigten Kontakte zu seinen Freunden? Sie wissen nicht, wie es ist, als Kind die spannenden Computerspiele zu spielen oder sich in interessanten Chats zu tummeln. Aus eigener Erfahrung kennen Sie nur Bücher, Fernseher und Kassettenrekorder. Doch die Computer- und Internetwelten beginnen in zunehmendem Maße, unser Leben zu beeinflussen. Es ist deshalb notwendig, dass alle Erwachsenen mit den Kindern und Jugendlichen im Gespräch bleiben.

Was können Sie tun?

  • Lassen Sie sich erklären, was Ihr Kind an der virtuellen Welt so faszinierend findet. Spielen oder chatten Sie mit! Sie zeigen Ihrem Kind damit, dass Sie seine Interessen und Vorlieben ernst nehmen.
  • Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind feste Regeln für den Medienkonsum zu Hause, zum Beispiel erst Hausaufgaben, dann Pause, dann spielen oder surfen.
  • Wählen Sie bei Kindern ein zeitlich begrenztes Spiel aus, das zu Ende gespielt werden kann. Einigen Sie sich mit älteren Kindern auf eine wöchentliche Medienzeit (Fernsehen, Computer, Konsole, Internet) oder auf fest vereinbarte Spiel- und Nichtspieltage.
  • Verhalten Sie sich konsequent bei Nichteinhalten der getroffenen Vereinbarungen und Regeln. Auseinandersetzungen mit Ihrem Kind gehören zum Erziehungsalltag.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Gesetze zum Jugendschutz und Urheberrecht. Da Sie Vorbild sind, verzichten Sie auf raubkopierte Software oder Musik sowie illegale Spiele.

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