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Stand: 28.02.2017

Pressemitteilung

Beauftragung 17 neuer Ehrenamtlicher für die Hospizhilfe

Stolze neue Ehrenamtliche mit dem Team des Hospizdienstes (v.l.n.r.): Sigrid Schäfer, Josefine Lammer, Matthias Weber, Regina Hertlein, Arnica Schäfer und Anne Arend-Schulten. Stolze neue Ehrenamtliche mit dem Team des Hospizdienstes (v.l.n.r.): Sigrid Schäfer, Josefine Lammer, Matthias Weber, Regina Hertlein, Arnica Schäfer und Anne Arend-Schulten.


Davon haben sich sieben dazu entschieden, im ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst CLARA mitzuarbeiten, zehn werden sich im ambulanten Hospizdienst für Erwachsene engagieren. Im Rahmen eines Gottesdienstes begrüßten Vorstand und Direktion beider Dienste die Ehrenamtlichen und überreichten ihnen deren Zertifikate. Ihre neue Aufgabe: die Begleitung von schwerstkranken, sterbenden und trauernden Erwachsenen und Kindern sowie deren Familien.

Intensive Vorbereitung und Qualifizierung auf Aufgaben

Psychosoziale Begleitung von Familien und Angehörigen schwerstkranker oder trauernder Kinder und Jugendlicher oder Erwachsener erfordert eine gute Vorbereitung. "Wir nehmen uns bewusst viel Zeit für die Vorbereitung neuer Ehrenamtlicher, denn wir bewegen uns in einem sensiblen Bereich. Die Begleitung von Menschen am Lebensende oder in Abschieds- und Trauerprozessen bedarf viel Empathie und Sensibilität. Auch eine gesunde Balance zwischen Nähe und Distanz sind für dieses Amt von hohem Wert", sagt Josefine Lammer. Eine Kerze als Symbol für Wärme und Kraft überreichte sie allen Ehrenamtlichen. Auf deren neuem Weg solle sie ihnen auch in schweren Zeiten Licht schenken.

Seit Herbst 2017 durchliefen sie sechs Vorbereitungswochenenden zu den Themen Abschied, Sterben und Tod, Trauer, Selbstreflexion, Wahrnehmung und Kommunikation, Rituale und Spiritualität. In einem Praktikum von 40 Stunden konnten die Teilnehmenden bereits erlerntes theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen. Durchgeführt haben die Qualifizierung die beiden Hospizdienste mit Unterstützung durch externe Referentinnen und Referenten. Die neuen Ehrenamtlichen werden nun offiziell in ihr Amt entlassen. Dabei erhalten sie fachliche Unterstützung in Form von Supervision und sind daneben eng an das Team der beiden Hospizdienste angebunden. Weitere Fortbildungen im Laufe ihrer Tätigkeit sind selbstverständlich.

Gesprächspartner sein für alle Familienmitglieder

"Durch diese Beauftragung sieht man einmal mehr, wie unverzichtbar das sogenannte Ehrenamt für unsere Gesellschaft ist. Ehrenamtliche lassen Menschen auf der letzten Wegstrecke spüren, dass sie nicht allein sind. So wird Nächstenliebe greifbar. Gut, dass wir diese Menschen durch unseren ökumenischen Hospizdienst gründlich vorbereiten und mit Supervisionsgruppen kontinuierlich begleiten", betont Matthias Weber als geschäftsführender Direktor des Diakonischen Werkes.

"Sterbende zu begleiten, ist nicht Kür, sondern Pflicht im kirchlichen Handeln", sagt Caritas-Vorstandsvorsitzende Regina Hertlein. "Viele Mitarbeiter sagen, dass sie große Freude an dieser Aufgabe haben, die ihnen auch selbst viel gibt. Ich danke den Ehrenamtlichen von Herzen für ihre Zeit, Aufmerksamkeit, Zuwendung und Bereitschaft zu dieser Ausbildung."

Ähnlich berichteten es auch die neuen Ehrenamtlichen. So erzählt eine Begleiterin, die nun für CLARA arbeitet: "Als mein Vater schwer erkrankt ist und ich daraufhin einen Vortrag über Trauer und Tod besuchte, entschied ich mich kurzerhand tiefer in die Materie einzusteigen und mich mit einem Ehrenamt zu befassen. Das gute Gefühl das Richtige zu machen, bekräftigte meine Entscheidung. Außerdem etwas Positives an Menschen in Trauer abgeben zu können, bestärkte mich ungemein!"

Auch ein anderer Ehrenamtlicher, der sich im ambulanten Hospizdienst für Erwachsene engagiert, sagt: "Es ist ein schönes Erlebnis Gutes zu tun. Nicht nur der Tod in meiner Familie, sondern auch aufgrund meines eigenen Alters, wollte ich mich näher an das Thema tasten. Anfangs hatte ich etwas Angst, irgendwann fühlte es sich aber einfach sehr natürlich an."

Der Ökumenische Kinder- und Jugendhospizdienst steht mit der freien Wohlfahrtspflege von Diakonie und Caritas in dem Dienst der sozialen Arbeit der evangelischen und katholischen Kirche. Insgesamt 58 Menschen sind derzeitig ehrenamtlich als Sterbe- und Trauerbegleitung in beiden Hospizdiensten tätig. 

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