Angebote für Senioren

Pflege im Regine-Kaufmann-Haus

Regine-Kaufmann-Haus von außenHaupteingang des Regine-Kaufmann-Hauses

Das Haus liegt in einer ruhigen Straße neben der Villa der Heinrich-Vetter-Stiftung, die Bauherr des Kooperationsprojekts ist. Betreiber des Pflegeheims ist der Caritasverband Mannheim.

Leben in Wohngruppen

Die Pflegebereiche sind nach dem Wohngruppenkonzept aufgebaut. Die gemeinsame Gestaltung des Alltags in familiärer Atmosphäre rückt in den Vordergrund. Unsere drei Wohngruppen sind kleine Einheiten mit zwei Mal 15 und einmal 12 Bewohnern. Den Tagesablauf gestalten die Bewohner und die Mitarbeiter gemeinsam, dabei werden die individuellen Wünsche der Bewohner soweit wie möglich berücksichtigt. Vorhandene Ressourcen sollen dadurch weiter gestärkt werden.

Skulpturenpark der Heinrich-Vetter-Stiftung, hinten das Regine-Kaufmann-HausSkulpturenpark der Heinrich-Vetter-Stiftung, hinten das Regine-Kaufmann-Haus

Jede Wohngruppe hat einen großen Ess- und Aufenthaltsbereich mit eigener Küche, wo gemeinsames Kochen oder Backen möglich ist. Die Bewohner können hauswirtschaftliche Tätigkeiten übernehmen, wenn sie dies möchten- ganz wie zu Hause. Das Mittagessen wird aus der caritaseigenen Küche des nahe gelegenen Horst Schroff SeniorenPflegeZentrums in Seckenheim geliefert.

Spaziergänge im Skulpturenpark

Die Zimmer sind mit einem Pflegebett, Nachttisch und Kleiderschrank ausgestattet. Darüber hinaus können die Bewohner den Raum mit eigenen Möbeln und Erinnerungsstücken nach ihren Vorstellungen gestalten.Im Erdgeschoss des Pflegeheims befindet sich ein großer Gemeinschaftsraum, der für Feste, Kaffee-Nachmittage, Gottesdienste und andere gemeinsame Aktivitäten genutzt werden kann.

Neben dem Haus liegt der Skulpturenpark der Heinrich-Vetter-Stiftung und lädt zu Spaziergängen ein. Die Wege sind mit Rollstuhl und Rollator gut befahrbar. In direkter Nachbarschaft befindet sich das Kinderhaus "Zauberlehrling", mit dem gemeinsame, generationenübergreifende Aktivitäten geplant sind.

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Leitbild

Bewohnerin und Pflegerin

Leben wandelt, verändert, entwickelt sich. Viele Menschen gestalten ihr Leben im Alltag kompetent und selbständig bis ins hohe Alter. Wenn Hilfen notwendig werden, bieten die vielfältigen Einrichtungen im Caritasverband Mannheim e.V. entsprechende Unterstützung an.

Wir unterstützen unsere Bewohner und Gäste darin, ihr Leben nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Wir achten dabei die Einzigartigkeit und Würde jedes Menschen.

Jeder Mensch ist einmalig und Ebenbild Gottes. Wir verstehen uns als Teil der katholischen Kirche und orientieren unser Handeln am christlichen Menschenbild. Wir sind Anwalt und Partner benachteiligter Menschen. Jesus hat Außenstehende integriert, er hat sich mit den Armen und Schwachen solidarisch erklärt, er hat die Menschen im umfassenden Sinn geheilt.
Basis unsres Tuns ist die katholische Soziallehre, d.h. wir richten unser Handeln an den Prinzipien der Personalität, der Solidarität und der Subsidiarität aus.

Die Wohn- und Pflegeeinrichtungen des Caritasverbandes Mannheime e.V. werden zu einem Ort, an dem Bewohner/-innen, Angehörige, Mitarbeiter/-innen und Leitungskräfte einander begegnen und darauf achten, dass die Fähigkeiten nicht verkümmern und unverwechselbares Leben nicht eingeengt wird, sondern sich frei entfalten kann. Aus diesem Miteinander entsteht ein Füreinander, das Menschen in Würde altern lässt und ihnen Wegbegleitung bis in den Tod anbietet, getragen von Achtung und Zuwendung.

Was uns wertvoll ist…

  • Unsere Einrichtungen stehen allen Menschen offen, unabhängig von ihrer religiösen Prägung oder Weltanschauung, ihrer ethnischen oder sozialen Herkunft.
  • Unsere Einrichtungen haben das Ziel, Dienstleistungen mit hoher Qualität anzubieten.
  • Unsere Einrichtungen sind Orte der Kirche. Wir bieten unseren Bewohnerinnen und Bewohnern, unseren Gästen wie auch unseren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seelsorgerische Begleitung.
  • Unsere Einrichtungen sind im Quartier und in der Seelsorgeeinheit verankert.
  • Unser Ziel ist, ein nachhaltiges Angebot für die betroffenen Menschen vorzuhalten. Wir arbeiten wirtschaftlich und gehen mit unseren Ressourcen verantwortungsvoll um.
  • Wir gehen schonend mit den vorhandenen Ressourcen um und tragen so zur Bewahrung unserer Schöpfung bei.
  • Neue Herausforderungen gehen wir aktiv an. Wir entwickeln uns kontinuierlich weiter.

Wie wir zusammen leben…

  • Unsere Einrichtungen bieten in räumlicher und organisatorischer Verbindung Wohnmöglichkeiten, hauswirtschaftliche Versorgung, ganzheitliche Pflege und Betreuung, präventive und rehabilitative Leistungen sowie soziale und seelsorgerische Hilfen. Ordensschwestern und Seelsorger leben in der Hausgemeinschaft und pflegen bzw. begleiten unsere Bewohnerinnen und Bewohner.
  • Unsere Einrichtungen sind Orte der Begegnung, der sozialen, kulturellen und religiösen Erfahrungen, sowohl für Bewohner/-innen und ihre Bezugspersonen als auch für die Menschen im Wohnumfeld sowie für unsere haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/-innen.
  • Unsere tägliche Arbeit basiert auf einem partnerschaftlichen Miteinander mit denjenigen, die Hilfe benötigen.
  • Wir stellen uns auf die Bedürfnisse der Bewohner/-innen und Gäste ein und setzen gleichzeitig voraus, dass sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv einbringen.
  • Wir leben in einer sozialen Gemeinschaft, in der selbstbestimmte Teilhabe möglich ist. Die Wechselbeziehung zwischen Autonomie und Gemeinschaft ist ständig auszuloten, d.h. die Freiheit des einzelnen ist höchstes Gut, endet jedoch dort, wo die des anderen beginnt.
  • Konflikte sind Teil des Gemeinschaftslebens. Wir gehen konstruktiv damit um und suchen Lösungen, die allen gerecht werden.
  • Anregungen und Beschwerden sind uns Ansporn zur Verbesserung.

Wie wir zusammen arbeiten…

  • Als Dienstgemeinschaft pflegen wir einen wertschätzenden Umgang und einen partizipativen Führungsstil.
  • Entscheidungen sind dort angesiedelt, wo die Verantwortung liegt.
  • Wir nutzen die Vielfalt der Einrichtungen und Dienste unseres Verbandes, um Leistungen bedarfs- und sachgerecht zu erbringen.
  • Wir geben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Anerkennung und konstruktiver Kritik Rückmeldung auf ihre Arbeit, um sie beruflich und menschlich zu fördern.
  • In persönlichen Krisensituationen bieten wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Gespräche und weitere Möglichkeiten der Unterstützung an.
  • Wir suchen mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach gemeinsamen Wegen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
  • Im Sinne einer kontinuierlichen Personalentwicklung investieren wir in Aus-, Fort- und Weiterbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wichtig ist uns auch die Förderung der Gesundheit.

Pflegephilosophie

Ein Bewohner mit einer Pflegerin im Garten

Die Einrichtungen der stationären Altenhilfe des Caritasverbands Mannheim bieten alten und pflegebedürftigen Menschen ein neues Zuhause und gewährleisten die Unterstützung, die sie benötigen, unabhängig von Geschlecht, Alter, sozialer Herkunft, Kultur, Religion, Nationalität oder sexueller Neigung. Wir pflegen, betreuen und begleiten sie; im Vordergrund steht die unantastbare Menschenwürde.

Pflege heißt für uns, den Menschen in seiner Ganzheit mit seiner eigenen Lebensgeschichte anzunehmen, das heißt, unsere Bewohnerinnen und Bewohner zu achten, auf ihre physischen und psychischen Bedürfnisse einzugehen und sie in ihrer Selbstbestimmung zu unterstützen.

Unser Dienstleistungsangebot im Bereich Pflege bietet neben einer individuellen und aktivierenden Pflege, unter Einbeziehung prophylaktischer und rehabilitativer Maßnahmen sowie der behandlungspflegerischen Versorgung, auch die soziale und seelsorgerische Komponente.

Angehörige, Freunde sowie andere Personen aus dem sozialen und kirchlichen Umfeld sind unersetzbare Bezugspersonen für unsere Bewohnerinnen und Bewohner und für uns Partner bei der Pflege und Betreuung.

Sterben und Tod werden nicht tabuisiert. Leben und Sterben gehören untrennbar zusammen. Der Sterbende soll mit seinen Ängsten, Schmerzen und Bedürfnissen nicht alleine gelassen werden und erfährt deshalb qualifizierte und intensive Begleitung sowie pastoralen Beistand.

Professionalität zur Erfüllung dieser anspruchsvollen Aufgabe erhalten unsere Mitarbeiter sowohl durch Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Wir pflegen Menschlichkeit, und unser Verständnis von Menschlichkeit basiert auf dem christlichen Menschenbild.

Qualitätssicherung

Eine Pflegerin hält die Hand einer Seniorin.

Es ist uns ein zentrales Anliegen, die pflegebedürftigen Menschen, die bei uns leben, sehr gut zu versorgen und zu pflegen. Außerdem unterstützen wir sie darin, ihr Leben nach ihren individuellen Bedürfnissen zu gestalten.

Aus diesem Grund ergreifen wir verschiedene Maßnahmen zur Sicherung und kontinuierlichen Verbesserung der Qualität. Dazu gehören die Qualifizierung des Personals durch Aus-, Fort- und Weiterbildung, die Dokumentation und Planung in der Pflege sowie die bewohnerorientierte Gestaltung des Hauses und der Prozesse. 

In monatlichen Konferenzen besprechen Heim- und Pflegedienstleitungen die Qualität der Einrichtung und entwickeln sie in gegenseitigem Lernen weiter. Für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Qualität ist neben den Leitungskräften auch eine Mitarbeiterin in Vollzeit als Qualitätsmanagement-Beauftragte zuständig.

Daneben müssen wir uns in regelmäßigen Abständen externen Qualitätsprüfungen stellen:

Zum einen prüft der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) im Auftrag der gesetzlichen Pflegekassen die Qualität der stationären Einrichtungen.

Zum anderen findet auf der Grundlage des Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetzes Baden-Württemberg (WTPG) einmal jährlich eine Prüfung durch die Heimaufsicht statt.

Gesundheitsprävention

Wir pflegen unsere Bewohner nach dem neuesten Stand der medizinisch-pflegerischen Erkenntnisse unter Einhaltung der nationalen Expertenstandards.

Dazu gehören folgende Präventionsmaßnahmen:

Sturzprophylaxe
Individuell angepasste Maßnahmen und ausführliche  Beratung sollen die Sturzgefahr und Sturzfolgen minimieren. Dies erfolgt zum Beispiel durch die Umgestaltung des Wohnumfeldes, den Einsatz von Hüftprotektoren und regelmäßige Gymnastikangebote. Außerdem arbeiten wir eng mit externen Therapeuten im Bereich der Physio- und Ergotherapie zusammen und haben speziell geschulte Mitarbeiter, die regelmäßige Sturzprophylaxe-Trainings anbieten.

Dekubitusprophylaxe
Wir erfassen das individuelle Dekubitusrisiko (Druck- bzw. Wundliegegeschwür) jedes Bewohners. Mobilisierung steht an erster Stelle. Bezüglich besonderer Hautpflege und dem Einsatz von passenden Hilfsmitteln beraten wir selbstverständlich.

Förderung der Kontinenz
Wir erfassen die Kontinenzprofile unserer Bewohner und leiten entsprechende Maßnahmen ein, die wir regelmäßig evaluieren.

Kontrakturprophylaxe
Bewegung und Mobilitätserhalt unserer Bewohner sind uns sehr wichtig. Sie sind ein wichtiger Bestandteil von Autonomie und Lebensqualität, außerdem verhindern sie die Versteifung der großen Gelenke und reduzieren somit das Risiko einer Kontraktur. Regelmäßige Angebote zum Erhalt der Mobilität gehören daher bei uns zum Standard. Im Bedarfsfall vermitteln wir auch geeignete Spezialisten wie Physiotherapeuten.

Schmerzerfassung
Schmerzen sind individuell und immer subjektiv. Wir möchten, dass unsere Bewohner schmerzfrei ihren Alltag bewältigen und, falls das nicht gelingt, die Schmerzen auf ein Minimum reduzieren, um die Lebensqualität zu steigern. Auch in diesem Bereich haben wir geeignete Assessments und arbeiten in multiprofessionellen Teams. Wenn nötig, kooperieren wir mit Teams der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung.

Wundversorgung
Unsere Pflegefachkräfte sind in moderner Wundversorgung geschult. Wir führen behandlungspflegerische Maßnahmen nach ärztlicher Verordnung aus, erfassen Wunden systematisch und arbeiten mit einer Wundmanagerin zusammen.

Ernährung
Screenings und Assessments kombiniert mit der Planung bzw. Anpassung von Maßnahmen sind Standard. Ein multiprofessionelles Team kümmert sich um eine ausgewogene Ernährung unserer Bewohner. Bei der Speiseplanung haben unsere Bewohner ein Mitspracherecht.

Trinkverhalten
Wir erfassen regelmäßig die Trinkmenge bei allen Bewohnern. Im Alter verringert sich das Durstgefühl, deshalb unterstützen wir sie im Hinblick auf eine ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit.

Namensgeberin des Hauses

Regine Kaufmann wurde am 4. August 1877 in Ilvesheim geboren. Sie war das zweite von insgesamt neun Kindern der Eheleute Joseph und Elise Kaufmann geb. Bär. Ihre Vorfahren sowohl mütterlicher- wie auch väterlicherseits waren schon seit Generationen in Ilvesheim ansässig.

Im Jahre 1899 heiratete sie in Ilvesheim den aus Lampertheim stammenden Abraham Hochstädter (1870-1916). Aus dieser Ehe gingen die Kinder Heinrich, Ernst und Emma hervor.

Anfang der 1930er Jahre kehrte sie nach Ilvesheim zurück und lebte in dem ihrem Bruder Moritz Kaufmann gehörenden Haus in der Pfarrstraße. Dorthin war im Juni 1933 ihr jüngerer Sohn Ernst zugezogen. Beide mussten die Wohnung nach dem erzwungenen Verkauf des Hauses im April 1938 verlassen und in die Synagoge in der Hauptstraße ziehen. Von dort wurde Regine Hochstädter geb. Kaufmann nach dem Pogrom vom 10. November 1938, bei dem sie ihre gesamte Habe einbüßte, vertrieben. Sie kehrte nicht wieder in ihren Geburtsort zurück, sondern lebte zunächst bei ihrem Bruder Bernhard in Mannheim, ehe sie in das Jüdische Altersheim in den B-Quadraten zog.

Von dort wurde sie im April 1942 über Stuttgart nach Polen verschleppt. Während ihre drei Kinder die nationalsozialistische Verfolgung überlebten, wurde sie entweder im Durchgangslager Izbica bei Lublin oder im Vernichtungslager Sobibór umgebracht. Das Todesdatum wurde behördlich auf den 1. April 1943 festgesetzt.

Autor: Markus Enzenauer, Stadtarchiv Mannheim