Gerhard Fontagnier zeigt Gästen bei der Vernissage seine Lieblingsmotive.
Die Bilder sind über den Zeitraum von drei Jahren bei verschiedenen Aufenthalten in der spanischen Großstadt entstanden.
"Er hat die Gabe etwas wahrzunehmen, was Sekundenbruchteile später nicht mehr existiert", sagte Stadtrat Gerhard Fontagnier bei der Vernissage am 14. Mai. Er ist seit mehreren Jahren mit Artur Kesselring befreundet. Dessen Lieblingsmotiv sei der Stadtraum, aber er suche immer die Menschen darin. "Ich bin ein Kind der Großstadt", bestätigte der Fotograf. "Ich versuche, hinter all der Anonymität den Einzelnen zu finden, und die Momente zu sehen, in denen ein Bild zum Bild wird."
Ein Hospiz sei für eine Vernissage ein ungewöhnlicher Ort, sagte Gerhard Fontagnier. Dass aber das normale Leben gerade nicht draußen bleiben soll, machte dessen Leiterin Gabriele Andres in ihrer Begrüßung deutlich: "Darf man im Hospiz lachen? Darf man durchlaufen? Darf man applaudieren? Ja, man darf. Denn Sterben ist ein Teil des Lebens." Den Applaus bekamen bei der Vernissage vor allem ihre Tochter Lena Andres und deren Freundin Luise Nowatscheck für die musikalische Umrahmung.
Artur Kesselring wurde 1961 in Mannheim geboren. In Hafennähe aufgewachsen, ist er besonders von allem Maritimen fasziniert. Schon früh entwickelte sich ein reges Interesse für Kunst und Fotografie. Insbesondere die Straßenfotografie mit ihrem dokumentarischen Charakter war schon immer sein Schwerpunkt. Er ist Mitbegründer der Werkstätte Fotografie Mannheim und hat in diesem Rahmen an diversen Gemeinschaftsausstellungen teilgenommen. Die Schau im Hospiz ist seine zweite Einzelausstellung.
Die Fotos sind dort mindestens drei Monate lang zu sehen. Besucher werden um telefonische Anmeldung unter (0621) 30 86 66 00 gebeten.