Schwester Simone bei ihrer Verabschiedung bei einer Sonntagseinladung im Jahr 2013
Sie war vielen in Mannheim bekannt, insbesondere als Initiatorin der Sonntagseinladungen der Gemeinden für Wohnungslose und Bedürftige, die bis heute jedes Jahr stattfinden.
Schwester Simone, die mit bürgerlichem Namen Edith Franziska Reiboldt hieß, war von 1986 bis 2003 beim Caritasverband Mannheim in der damals so genannten Obdachlosenbetreuung tätig. Dabei handelte es sich zunächst um eine reine Essensausgabe. Die Ordensschwester erkannte, dass umfassendere Hilfe notwendig war, und sorgte dafür, dass die Tagesstätte umgebaut, eine Kleiderkammer eingerichtet sowie Beratung und medizinische Hilfe angeboten wurden. Außerdem setzte sie sich engagiert und erfolgreich dafür ein, dass eine weitere Tagesstätte nur für wohnungslose Frauen eröffnet wurde - die Oase.
Schließlich rief sie 1993 die Sonntagseinladungen ins Leben. Seitdem laden Gemeinden in der kalten Jahreszeit reihum wohnungslose und bedürftige Menschen zum Essen ein. Bis heute werden jedes Jahr geschätzt rund 2500 Menschen bei diesen ehrenamtlich organisierten Einladungen bewirtet.
Schwester Simone trat 1961 in den Orden ein. Sie war im Laufe ihres Ordenslebens an verschiedenen Orten tätig, mehrmals davon in Mannheim, wo sie zeitweise Oberin in der St. Hedwig-Klinik war. Bereits dort verteilte sie nach dem Mittagessen im Innenhof Essen an wohnungslose Menschen. Ab 2003 lag ihr Fokus auf der Gemeinde der Liebfrauenkirche im Mannheimer Jungbusch. Außerdem unterstütze sie das Seelsorgeteam in der Innenstadt und der Citypastoral im Haus der Katholischen Kirche am Marktplatz. 2013 kehrte sie nach Bühl ins Mutterhaus zurück, wo sie am 27. Juni verstarb.