Internationale Projekte

Im Ausland helfen

Mannheim ist eine kulturell und ethnisch vielfältige Stadt und gibt vielen Menschen aus unterschiedlichsten Regionen der Welt ein Zuhause. Diese Vielfalt und Weltoffenheit möchten wir auch im Caritasverband zu leben. Seit vielen Jahren engagiert sich der Verband deshalb nicht nur in Mannheim, sondern auch außerhalb. Dazu gehören Spenden für Katastrophengebiete, aber auch Langzeitprojekte, die versuchen, die Lebensumstände in den Ländern nachhaltig zu verbessern.

Kooperation mit Caritas Egypt

Zwei deutsche Frauen und eine Ordensschwestern sitzen in einem hellen Innenhof.Zu Besuch bei Caritas Egypt: Sigrid Kemptner (Mitte) und eine deutsche Praktikantin mit einer einheimischen Ordensschwester.

Seit über 15 Jahren arbeitet der Caritasverband Mannheim eng mit Caritas Egypt zusammen und unterstützt das Projekt Women Promotion. In diesem Projekt geht es darum, Frauen und Mädchen Alphabetisierungskurse zu ermöglichen und sie anschließend in einen Ausbildungsberuf zu vermitteln. Die Mädchen und Frauen erlernen meist Berufe in handwerklichen Bereichen wie Näherin, Friseurin oder Hauswirtschafterin. Angesichts der immer noch vorhandenen Benachteiligung von Frauen in vielen Ländern, vor allem hinsichtlich der Bildungschancen, trägt dieses Projekt zur Gleichstellung von Männern und Frauen bei.

Die Kooperation wird in Mannheim ehrenamtlich von der Caritas-Abteilungsleiterin Sigrid Kemptner betreut. Sie fährt jedes Jahr nach Ägypten, bespricht mit den Mitarbeitern von Caritas Egypt den Verlauf des Projekts und überprüft die Verwendung der Spendengelder.

Schule für Kinder mit Behinderungen

Eine Gruppe von Kindern mit einer Lehrerin lacht in die Kamera.Kinder der Behindertenschule mit einer Lehrerin.

Über die deutsche Ordensschwester Damiana kam vor 15 Jahren der Kontakt zur Behindertenschule "Fe y Alegria" in Chimbote, Peru, zustande. Schwester Damiana hat die Schule früher mitgeleitet, ist inzwischen aber im Ruhestand. Die Schule mit rund 200 Schülern wurde von einem Jesuitenorden gegründet und bietet den Kindern intensive individuelle Unterstützung und Förderung. Die Kinder sind zwischen 3 und 18 Jahre alt und haben meist eine körperliche oder geistige Behinderung.

Zwar wird die Schule aus staatlichen Mitteln finanziert, doch das reicht bei weitem nicht aus. Jedes Jahr veranstaltet daher der Fasnachtsverein DJK Spargelstecher gemeinsam mit dem Caritasverband eine Benefiz-Prunksitzung, deren Erlös nach Peru geht. Seit der ersten Benefiz-Prunksitzung im Jahr 2000 konnten schon mehr als 20.000 Euro an Spenden für die Schule gesammelt werden.

Waisenhaus in Indien

Indische Kinder in Schuluniformen auf einem Spielplatz.In dem Waisenhaus fanden viele Kinder nach dem Tsunami ein neues Zuhause.

Auch nach Indien gehen seit 2004 regelmäßig Spenden. Beginn des Projektes war der Tsunami in Asien, bei dem viele Kinder ihre Eltern verloren. Von den über 25.000 Euro, die direkt nach der Katastrophe gespendet wurden, baute der Caritasverband zusammen mit dem indischen Orden Sisters of Imitation of Christ in der südindischen Stadt Kanyakumari ein Waisenhaus für rund 50 Kinder. Der Kontakt kam über indische Schwestern des Ordens zustande, die im Caritas-Seniorenzentrum Maria-Scherer-Hauses tätig sind. Diese Schwestern rund um Schwester Telma halten den Kontakt nach Kanyakumari. Mehr als zehn Jahre lang hat die Stadt Mannheim das Projekt mit dem jährlichen Schillerlauf der städtischen Kindergärten unterstützt.

Inzwischen sind die Kinder erwachsen geworden, und das Projekt wurde erfolgreich beendet. Die indischen Ordensschwestern engagieren sich weiterhin karitativ in Kanyakumari und sind für finanzielle Unterstützung dankbar. Das ehemalige Waisenhaus soll in anderer Form weitergenutzt werden, entweder als Grundschule oder als Schneiderwerkstatt, in der ehemalige Kinder des Waisenhauses oder Frauen aus der Region ein Handwerk lernen können. Dafür wartet der indische Orden derzeit auf eine Genehmigung.

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Lichtblick 2-2015

Thema: Internationale Hilfe