Aus Anlass einer bundesweiten Aktionswoche der Migrationsdienste, die heute beginnt, warnt der Caritasverband Mannheim als lokaler Träger deshalb vor Beratungslücken und fordert verlässliche Rahmenbedingungen.
Regina Hertlein, Vorstandsvorsitzende des Caritasverbands Mannheim, sagt: "Die Wirksamkeit der MBE ist unbestritten und gegeben. Wir brauchen hier eine verlässliche Beratungsstruktur. Menschen, die gut integriert sind und arbeiten, sparen dem Staat Geld und zahlen auch in die Sozialsysteme ein. Es braucht dringend ergänzende Finanzierungen durch das Land und wo möglich auch durch die Kommunen."
Die Anliegen, mit denen Menschen in die Migrationsberatung kommen, sind vielfältig, individuell und verändern sich nicht automatisch mit der Aufenthaltsdauer. Es geht beispielsweise um die Anerkennung eines Berufsabschlusses, berufliche Orientierung, Fragen zum Aufenthaltsrecht, zu Schule und Ausbildung oder um den Zugang zu Sprach- und Integrationskursen. Die Mitarbeitenden unterstützen dabei, sich im deutschen System zurechtzufinden, nächste Schritte zu planen und bei Bedarf an zuständige Stellen weiterzuvermitteln.
Die Migrationsberatung des Caritasverbands Mannheim hat 2025 342 Klientinnen und Klienten beraten (Familienmitglieder nicht mitgezählt). Wie unterschiedlich die Anliegen sein können, zeigen zwei der Fälle: Eine 28-Jährige EU-Bürgerin mit einem im Nicht-EU-Ausland erworbenen Bachelorabschluss in Zahntechnik suchte Unterstützung beim Deutschlernen und der Anerkennung ihrer Qualifikation. Bei einer anderen Klientin aus Zentralamerika, alleinerziehend und ohne abgeschlossene Ausbildung, ging es zunächst darum, den Alltag zu stabilisieren - ihr Kind einzuschulen, das Aufenthaltsrecht und andere Behördenangelegenheiten zu klären. Das versetzte sie in die Lage, einen Arbeitsplatz zu finden.
Damit die Beratung vor Ort dauerhaft verlässlich angeboten werden kann, fordern die MBE-Träger eine auskömmliche Finanzierung: Im Regierungsentwurf des Bundeshaushalts ist eine Kürzung der Förderung um knapp vier Millionen Euro vorgesehen. Die Trägerverbände der MBE fordern, diese Kürzung zurückzunehmen und die Förderung mindestens auf dem Niveau von 2026 in Höhe von 77,5 Millionen Euro zu sichern.
Hintergrund
Vom 28. September bis 2. Oktober findet die gemeinsame, bundesweite Aktionswoche der Freien Wohlfahrtsverbände für die Bundesprogramme Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE), Asylverfahrensberatung (AVB), Jugendmigrationsdienste (JMD) und die Psychosozialen Zentren (PSZ) statt. Mehr Informationen: https://www.bagfw.de/veroeffentlichungen/detailseite-aktionswoche-migration